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Hessen

Das Gebiet um den Ortsteil Hessen war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. 966 wurde der Ort erstmalig als Hessenheim in einer Schenkungsurkunde Kaiser Otto I. erwähnt. Schloß Hessen, auf dem am 15.10.1564 der Renaissancefürst Heinrich Julius geboren wurde, war über Jahrhunderte hinweg Sitz der "Edlen" von Hessen und bildete den optischen Mittelpunkt des Ortes. Noch berühmter als das Schloss war der dazugehörige Lustgarten der aufwendig gestaltet und mit div. Wasserspielen versehen, den Namen Hessen im 17. Jahrhundert weit über die Grenzen des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg hinaus bekannt werden ließ. Leider ist heute von der einstigen Pracht des Schlosses und auch des Gartens nicht mehr viel zu sehen








    Mit der Sanierung des Schlosses wurde bereits begonnen. Auch eine Rekonstruktion des "Fürstlich Braunschweigischen Lust-gartens" wird erwogen, muss jedoch aufgrund der hohen Kosten für die Schloss-sanierung vorerst zurückgestellt werden. Die Gemeinde Hessen ist innerhalb der Gemeinde "Aue-Fallstein" mit seinen 1620 Einwohnern der größte Ort und besitzt neben der Grundschule ein Umsiedlerheim, welches wesentlich mit zur Einwohnerstabilisation der Gemeinde "Aue-Fallstein" beiträgt.



Zur Geschichte des Schlosses gibt es folgendes zu berichten. Bereits im 14. Jahrhundert war das Dorf und Schloss Hessen Eigentum der Braunschweiger Herzöge, aber adligen Familien verpfändet. 1560 erhielt Herzog Julius, der ungeliebte Sohn Heinrich des J., nach jahrelangem Zwist und äußerlicher Aussöhnung mit seinem Vater Schloss Hessen und Schladen als Wohnsitz zugewiesen, nachdem er die brandenburgische Prinzessin Hedwig geheiratet hatte.



Unter Herzog Julius (reg. 1568-1589) und seinem Sohn Heinrich Julius (reg. 1589-1613) wurde Schloss Hessen von Paul Francke, dem späteren Baumeister der Hauptkirche Beatae Virginis in Wolfenbüttel und des Juleums in Helmstedt, im manieristischen Stil um- und ausgebaut und nach dem Tode Herzog Julius der Herzogin Hedwig als Witwensitz zugewiesen.
   








Der prachtliebende Herzog Heinrich Julius bevorzugte Schloss Hessen und - als postulierter Bischof vor Halberstadt - seine Residenz Gröningen als Sommersitz. Nach seinem frühen Tode in Prag 1613 lebte die Herzoginwitwe Elisabeth (gest. 1626) in Hessen und stiftete hier 1617 das noch heute erhaltene Armenhaus (Elisabeth Stift) mit einer Kapelle.








   
Im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und gebrandschatzt, wurde das Schloss Hessen von Herzog August d. J. (reg. 1635-1666) instandgesetzt. Aber am Ende der Regierungszeit war das Schloß unbewohnt und verfiel, so daß Herzog August das kostbare Inventar der Schlosskirche für die Ausstattung der neuerbauten Johanniskirche in der Auguststadt von Wolfenbüttel zur Verfügung stellte, wo es sich noch heute befindet.





Ein Kleinod für die Gemeinde Hessen, aber auch für die Orte Zilly und Deersheim war die Kleinbahn, die von 1898 bis 1969 auf der Strecke zwischen Heudeber und Mattierzoll pendelte. Jährlich beförderte diese Bahn bis zu 95.000 Personen und bis zu 100.000 Tonnen Güter. In den Nachkiegsjahren blühte der Eisenbahnverkehr noch einmal auf, mußte aber der Konkurrenz des Kraftverkehrs (Busse) erliegen und der Bahnverkehr wurde im Jahr 1969 eingestellt.
   















   
Der überwiegende Teil der Gleisanlagen ist heute noch vorhanden, aber nach den neusten Plänen der DB kommt eine Wiedereröffnung nicht in Frage. Neben solchen der Vergangenheit angehörenden Raritäten zeugt zum Beispiel das 1994 rekonstruierte Freibad vom Voranschreiten der politischen Gemeinde. Das Freibad mit seiner Rutsche sowie dem dazugehörigen Sportlerheim mit Kegelbahn und den 2 Tennisplätzen bildet in den Sommermonaten nicht nur für die Hessener einen Mittelpunkt im sportlichen Treiben und der Freizeitgestaltung. In den nächsten Jahren soll die Grundschule völlig saniert werden. Im Jahr 2002 wurde ersteinmal die Sanierung der Turnhalle vorgesehen, damit Sportunterricht an der Schule gesichert ist.


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