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Dardesheim

Die kleine Stadt Dardesheim mit 976 Einwohnern, sie gehört damit zu den drei kleinsten Städten von Sachsen-Anhalt, liegt im fruchtbaren Hügelland des nördlichen Harzvorlandes am Südhang des Ortsberges des westlichen Ausläufers des Huy. Sie ist Kreuzungspunkt der Bundesstraße B 79 von Halberstadt nach Wolfenbüttel, sowie der B 244 von Wernigerode über Schöningen nach Helmstedt.









   

1194 wurde Dardesheim erstmalig im Ilsenburger Urkundenbuch unter dem Namen "Dardessen" erwähnt. Das älteste Wappen der Stadt ist ein Siegel von 1587, es zeigt den Adler der Dompröpste, der Grundherren über Dardesheim bis 1808. Eine weitere Darstellung desselben befindet sich am 1. Rathaus mit dem "Ratskeller", das erstmalig 1558 erwähnt, 1568 erweitert wurde und von dem bis 1935 die Geschicke der Stadt gelenkt wurden.



Dardesheim wuchs in ein Stadtrecht hinein, erstmalig werden 1589 die Pflicht zur Ableistung eines "Bürgereides" und ein Stadtschreiber erwähnt.
Die Bezeichnung des Ortes wechselt noch oft im Verlaufe der Jahrhunderte zwischen Dorf, Flecken, Stadt oder gar Stadtgemeinde.

Der Mittelpunkt der Stadt ist die Kirche "St. Stephanus". Sie war eine der ersten Kirchen, die mit der Gründung des Bistums Halberstadt an einem alten sächsischen Heiligtum auf dem Butterberg (Wodansberg) entstand. Die Kirche war von einem Friedhof umgeben, der größere Ausmaße als der heutige Kirchplatz hatte. 1791 wurde ein neuer Friedhof am Brautor angelegt, der 1847 erweitert und der Stadt übergeben wurde.



1856 misslang die Reparatur der zweiten, 1128 geweihten Kirche, sie wurde abgebrochen. Es entstand eine neue aus Kalkstein im neoromanischen Stil, die am 16.03.1862 eingeweiht wurde. Stadtbildprägend sind auch die Gebäude des ehemaligen dompropsteilichen Amtes seit 1564, des späteren Rittergutes. Das Erbauungsjahr ist nicht genau bekannt, geschichtlich wird es erstmalig 1319 genannt. Im Laufe der Jahrhunderte war das Amt im Besitz vieler Dompröpste mit ihren Amtmännern und Pächtern bis 1808 und Gutsherren und ihren Pächtern ab 1810. Der letzte Gutsbesitzer war von 1917 bis 1945 Kurt Horning, der dann im Zuge der Boden-reform entschädigungslos enteignet wurde.
   








Durch den häufigen Wechsel der Besitzer wurden auch viele Veränderungen durch Um-, Anbau oder Abriß vorgenommen. Ausdruck dessen sind die zahlreichen Wappensteine am Gutsgebäude, u.a. des Dompropstes Gherwen (1463-74), das eine Frau zeigt, die eine Kugel in den erhobenen Händen hält, und der Stolberg-Wernigeröder Grafen, die den Hirsch und zwei Forellen zeigen. Nach 1945 wurden die Ställe und Speicher an der Ostseite abgerissen, um ein Kulturhaus, das heutige Rathaus, zu errichten. Das Gerichtshaus mit einem Torbogen und drei Remisen befand sich in einem südlichen Anbau. 1840 bereits ließ Gustav von Gustedt das obere Stockwerk des Gerichtsgebäudes abtragen und zu einer Terrasse umgestalten. Diese mußte Mitte der 70 er Jahre wegen Baufälligkeit gesprengt werden. Seit der Rekonstruktion 1994/95 ziert wieder eine Terrasse die Südseite des Gebäudes.

Das Amt Dardesheim war mit dem Amt Harsleben eines der einnahmenreichsten Güter der Halberstädter Dompröpste, deren Stelle nach 1649 brandenburgisch-preußischen Prinzen einnahmen.







   
Nach Kriegsende 1945 wurde das Gutsgebäude für Wohnzwecke genutzt. Durch die Zentralisierung des Schulwesens im Bereich Dardesheim benötigte man ein zweites Schulgebäude. Das Gutsgebäude wurde als Schulgebäude ausgebaut und von 1956 bis 1977 als solches genutzt. Bis 1994 wurde es dann als Sparkasse, Bibliothek, Telefonzentrale und für eine Fahrschule genutzt.



Nach einer umfangreichen Rekonstruktion befindet es sich wieder im Besitz der Nachkommen des ehemaligen Besitzers Kurt Hörning.

Im Westen der Stadt befindet sich an der B 79 ein Gebäude, die "Clus" genannt, das 1435 von Dompropst Friedrich Hake gestiftet wurde. In der Stiftungsurkunde betonte Hake, daß er eine Herberge für arme und elende Leute außerhalb des "Dorfes zu Dardessen" vor dem Thietore erbaut habe. 1885 brach man das aus Bruchsteinen mit kleinen Rundbogenfenstern und spitzbogiger Tür erbaute Gebäude ab und errichtete ein neues aus Ziegelsteinen.

Nach 1945 diente das Hospital als allgemeiner Wohnraum. Im Jahre 1966 wurde es abermals umgebaut und beherbergt seit diesem Zeitpunkt den Kindergarten u. a. auch mit Krippen- und Hortkindern nach 1990.

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